1000 Fragen an mich, Teil 1 bis 3

1000 Fragen an mich, Teil 1 bis 3

Ich gebe es nicht gerne zu: Es fällt mir schwer, mich gut um mich selbst zu kümmern. Mich wichtig genug zu finden und mir zu erlauben, Umstände zu machen, mir selbst und anderen. „Jaja“, wirst Du sagen, „so ist das halt, wenn man ein Kleinkind hat, da ist alles andere wichtiger als man selbst.“ „Leider nein“, werde ich Dir dann antworten, „damit hat das nichts zu tun.“ Es ist vielmehr ein Problem, das mich schon ein Leben lang begleitet und das mir mit schöner Regelmäßigkeit ein Bein stellt, weil ich mich pushe, immer weiter, weit über meine Grenzen hinaus, und dann noch ein Stückchen weiter, und weil ich dann immer noch nicht akzeptiere, dass es diese Grenzen gibt und dass sie auch vollkommen ok sind.

Nachdem das vergangene Jahr stark davon geprägt war, irgendwie die lange Krankheit des Mupfpapas zu überstehen und den „Laden“ Familie am Laufen zu halten, haben alte Muster wieder die Oberhand gewonnen: Ich habe mich konsequent hintenangestellt, habe die anstehenden Aufgaben alle einigermaßen bewältigt, der Laden lief – und ich kroch auf dem Zahnfleisch hinterher. Ich spüre jetzt, etwa sechs Monate nach der Entwarnung, wie mir diese Zeit nachhängt, wie ich die angesammelte Erschöpfung nicht loswerde. Höchste Zeit, das zu ändern! Ich muss es wieder üben, mich selbst wichtig zu nehmen, mich selbst zur Priorität zu machen und dafür zu sorgen, dass es mir gut geht.

Und deshalb werde ich von nun an (hoffentlich wöchentlich) an der Bloggeraktion #1000fragenzudirselbst teilnehmen, die Bloggerin Johanna Pinkepank ins Leben gerufen hat. Die 1000 Fragen stammen ursprünglich aus der Zeitschrift Flow, in hübschen Zwanzigerpaketen begleiten sie uns nun durch das Jahr 2018.

Also dann, Bühne frei füüüür… MICH!

1000 Fragen an mich – #1

1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan? Im Dezember habe ich zum ersten Mal Minijobber beschäftigt.

2. Mit wem verstehst du dich am besten? Achtung, Harmoniealarm: mit meinem Mann. Was nicht heißt, dass bei uns nicht auch mal die Fetzen fliegen (ooooh nein, das heißt es ganz und gar nicht!). Das ist aber OK, wir vertragen uns immer einmal mehr, als wir uns in die Haare kriegen. Und im Großen und Ganzen sind wir ein unschlagbares Team.

3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Ich fahre sehr viel im Gedankenkarussell. Leider.

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? Besonders gerne mag ich harmlose Witze à la „Was liegt am Strand und ist schlecht zu verstehen. – Ne Nuschel!“

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Ja! Generell macht es mir etwas aus zu weinen, ich tue das sehr selten, auch wenn es niemand sieht. Vor anderen ist es mir sehr unangenehm. Am allerschlimmsten ist es für mich, wenn ich vor Wut anfange zu weinen. Horror! Am besten kann ich mit Gerührtsein im Kino leben. Das ist fast erlaubt.

6. Woraus besteht dein Frühstück? An den allermeisten Tage esse ich Porridge mit Obst. Dazu Kaffee.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Meinem Sohn, als ich ihn gerade zum Mittagsschlaf verabschiedet habe.

8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? Diese Frage überspringe ich, weil ich momentan #ausGründen keinen Kontakt zu meiner Mutter habe.

9. Was machst du morgens als erstes? Kaffee.

10. Kannst du gut vorlesen? Ja.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt? Das kann ich gar nicht mehr genau nachvollziehen, vermutlich bis ins Grundschulalter. Ich erinnere mich auch an keinen Enthüllungsmoment.

12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? Ein Haus. Ein Hybrid-Auto. Ein neues Paar Chucks.

Kaffeetasse mit der Beschriftung

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? Geduld. Sofort. Es ist schwierig.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen? Wir haben seit etwas mehr als einem Jahr keinen Fernseher mehr. Ich sehe gern Serien auf Netflix, aktuell die neuen Staffeln von „Jane the Virgin“ und „Lovesick“.

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? An meinem 31. Geburtstag waren wir im Phantasialand. Mein erster Besuch in einem Freizeitpark, das erste mal Achterbahn fahren! Hat Spaß gemacht!

16. Wie alt möchtest du gerne werden? Mein Opa wurde 100 und das würde ich ihm gerne nachmachen. Allerdings wirklich genauso: bis zum Schluss topfit und auf eigenen Beinen unterwegs! Mein Opa hatte sogar noch alle eigenen Zähne. Die waren etwas abgekaut, aber weiß und stark.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? Ein wirklich toller Urlaub, an den ich sehr gerne denke, war unsere Rundreise durch Andalusien. Erst ein Sprachkurs in Granada zu Füßen der Alhambra, dann Córdoba, Sevilla und Málaga. Das könnte ich jedes Jahr wieder machen. Richtig wehmütig werde ich beim Gedanken an unsere Hochzeitsreise nach Cuba – weil wir sie wegen meiner schlimmen Schwangerschaftsübelkeit absagen mussten. Eines Tages holen wir das nach.

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Beschissen. Vernichtend.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen? Als Kind in den 80er Jahren hätte ich lieber einen „moderneren“ Namen gehabt, damals war Johanna ja noch nicht in Mode und tatsächlich sehr selten. Ältere Leute reagierten auf meinen Namen oft mit „ach wie schön, die alten Namen hört man ja nur noch so selten.“ Das fand ich immer furchtbar. Heute mag ich meinen Namen sehr und bin froh, dass sich nicht immer noch fünf andere umdrehen, wenn ich angesprochen werde.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? Ich zweifle sehr oft an mir und meinen Entscheidungen.

1000 Fragen an mich – #2

21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken? Ja. Es ist mir heute weniger wichtig als noch vor fünf oder zehn Jahren und natürlich kommt es auf die Person und das Thema an: Was mein Mann und meine Freund*innen von mir denken, ist mir sehr wichtig, auf die Meinung irgendwelcher Leute „auf der Straße“ pfeife ich – es sei denn, sie erwischen mich an einer Schwachstelle.

22. Welche Tageszeit magst du am liebsten? Ich bin die geborene Eule, meine Zeit ist der Abend. Ich kann mich gut bis in die Nacht hinein konzentrieren, finde allerdings auch nur schwer ins Bett. Einem ganz frühen Sommermorgen kann ich auch etwas abgewinnen, wenn die Luft noch kühl ist, es früh hell ist und die Vögel zwitschern.

23. Kannst du gut kochen? Seit etwa zwei Jahren kocht bei uns hauptsächlich der Mupfpapa und ich merke, dass ich inzwischen nicht mehr so routiniert koche, wie früher mal. Was ich immer noch gut kann: Chaos Cooking à la Hanni, also schauen, welche Zutaten im Haus sind, und damit kreativ werden.

24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten? Ich finde schönes Wetter gut – sprich, heiß ist toll, kalt auch, solange es bloß nicht nass ist. Am „zuhausesten“ fühle ich mich vermutlich im Frühling: Die Aufbruchstimmung, das Sprießen und Wachsen… herrlich.

25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht? Definitv bevor der Mupf zur Welt kam.

26. Warst du ein glückliches Kind? Nein. Ich war ein materiell bestens ausgestattetes, einsames, gegängeltes Kind.

27. Kaufst du oft Blumen? Jede Woche. Ich mag die Abwechslung und die Frische im Haus.

28. Welchen Traum hast du? Ich träume von der gelingenden Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mit genügend Kinderbetreuung, um sinnvoll arbeiten zu können, mit genügend Familienzeit für alle (!!) Familienmitglieder, mit Arbeitgebern, die sich das Label „familienfreundlich“ nicht nur anpappen, sondern die auch danach handeln, und mit trotzdem ausreichend Einkommen, sodass die Luft zum Atmen bleibt.

29. In wievielen Wohnungen hast du schon gewohnt? Neun.

30. Welches Laster hast du? Ich habe geraucht und es aufgegeben. Ich habe gern auch mal ein Glas Wein zu viel getrunken und das schon lange nicht mehr getan. Geblieben ist mir mein Sockentick.

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen? Seit ich Mutter bin, lese ich so wenig wie nie. Das quält mich sehr und es ist eins meiner Ziele für 2018, wieder regelmäßiger zu lesen. Aktuell lese ich Die schwedischen Gummistiefel* von Henning Mankell.

32.Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst? Ich habe keine Frisur, ich habe nur Haare.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig? Ähem.

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto? 102 Euro und 88 Cent.

35. In welchen Laden gehst du gern? Ich gehe sehr gern in Bioläden und Biosupermärkte. Und Ikea. Ikea geht immer (außer am Samstagvormittag).

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe? Puh, ich erinnere mich kaum… Bier mag ich, vertrage es aber nicht gut. Ich trinke gerne Wein, schwere Roten, wenn das Wetter dazu passt, im Sommer auch gern Weißen oder Hugo. Egal was, dazu immer stilles Wasser.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen? Ich arbeite dran.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit? Vermutlich Kommunikationsberatung. Oder überhaupt Beratung. Oder als Immobilienmaklerien. Oder mit einem Laden. Ach, und ich war mal drauf und dran, ein veganes Café zu kaufen.

39. Willst du immer gewinnen? Ja, ich bin sehr ehrgeizig. Das ist eine meiner größten Stärken und eine meiner größten Schwächen zugleich.

40. Gehst du in die Kirche? Nein. Wenn ich zu einer Hochzeit oder Taufe eingeladen werde, dann gehe ich. Ich bin aber weder religiös noch irgendwie christlich interessiert noch Mitglied einer Kirche.

1000 Fragen an mich – #3

41. Trennst du deinen Müll? Selbstverständlich! Wir trennen Restmüll, Verpackungen, Papier, Glas und Biomüll.

42. Warst du gut in der Schule? Ja. Und das war reines Glück, weil meine Talente zufällig da lagen, wo sie in der Schule wichtig sind: Sprachen und Mathematik. Damit waren sowohl Physik als auch alle „Aufsatzfächer“ wie Geschichte einigermaßen mitabgedeckt, das lief von selbst, in Kunst und Musik bin ich irgendwie durchgerutscht und so richtig interessierten diese Ergebnisse ohnehin niemanden. Ich musste beispielsweise nie Vokabeln lernen, muss ich bis heute nicht, ein oder zwei Mal durchlesen reicht und alles sitzt.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche? Ich bin bekennende WarmHeißduscherin und könnte, so rein von der Veranlagung, jeden Tag eine Stunden in der Badewanne liegen. In der Praxis versuche ich, das Duschen auf fünf bis zehn Minuten zu begrenzen. Momentan überlege ich, dafür eine Eieruhr im Bad zu platzieren, weil ich unter der Dusche seeehr die Zeit vergessen kann.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt? Es würde mich eher wundern, wenn es keins gäbe. Die Weiten des Alls sind mir aber ehrlich gesagt unheimlich und ich denke nur sehr ungern darüber nach.

45. Um wieviel Uhr stehst du in der Regel auf? In meiner momentanen Lebensphase – in Elternzeit mit Kleinkind – meistens zwischen sieben und acht Uhr. Manchmal um sechs, manchmal erst um halb neun. So vernünftig bin ich immerhin, liegen zu bleiben, bis der Mupf aufwacht.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag? Eigentlich ja und eigentlich gerne. In den letzten beiden Jahren tat ich mir schwer damit, weil es in meiner Herkunftsfamilie viel Unfrieden und Kontaktabbrüche gab. Gefeiert habe ich letzten Endes trotzdem, wenigstens ein bisschen.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook? Gar nicht mehr täglich. Vielleicht noch ein bis zwei Mal in der Woche. Lange Zeit war das anders, da war Facebook dauerhaft in einem Browser-Tab geöffnet. Allerdings habe ich auch eine Zeitlang beruflich einen Facebook-Account betreut.

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten? Unseren kleinen Garten, der nicht viel größer ist als ein Zimmer, mag ich sehr. Ich freue mich darauf, sehr bald beobachten zu können, wie meine Arbeit aus dem vergangenen Herbst (hoffentlich!) aufgeht. Und es ist der einzige „Raum“ mit einem Planschbecken.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt? Die Dackeline sitzt an mich gekuschelt, während ich dies tippe. Die für mich interessantere Frage wäre: Wann hatte ich zuletzt einen ganzen Tag lang keinen tierischen Kontakt? (Das muss nach dem Tod meiner alten Dackeldame Maja im März 2016 gewesen sein.)

50. Was kannst du richtig gut? Organisieren. Planen. Umsetzen.

51. Wen hast du zum ersten Mal geküsst? Vermutlich meinen Kindergartenfreund S.: Wir wollten heiraten, seit wir etwa zwei Jahre alt waren. Und dann einen Bauernhof aufmachen, denn so furchtbar viele Berufe kennt man ja als zweijähriges Brautpaar noch nicht. Irgendwann teilte er mir mit, dass es auf unserem Bauernhof aber keine Kühe geben werde, weil Kühe früh morgens gemolken werden müssten und ich ja so eine morgenmuffelige Langschläferin sei. Darauf erwiderte ich: „Einen Bauern ohne Kühe heirate ich nicht!“ und stapfte davon. So zerbrach meine erste Verlobung im zarten Alter von drei Jahren. S. soll sehr geweint haben, wird bis heute erzählt, aber ich ließ mich nicht mehr umstimmen. Dem Grundsatz von damals bin ich bis heute treu geblieben: Einen Bauern ohne Kühe habe ich nicht geheiratet.

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen? Der geliebte der Großen Bärin* von Sergiusz Piasecki ist das Buch, das ich am allerhäufigsten gelesen habe, bisher 13 Mal. Ich werde es heraussuchen und in mein Leseprojekt für dieses Jahr aufnehmen, denn ich hatte es schon eine ganze Weile nicht in der Hand.

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus? Ideal ist ein großes Wort… ich mochte und mag meins.

Brautpaar

Foto: Sandra Hauer, www.nahdran.com

54. Fürchtest du dich im Dunkeln? Nicht generell, aber an verzagten Tagen schon, ja.

55. Welchen Schmuck trägst du täglich? Meinen Ehering und Ohrstecker.

56. Mögen Kinder dich? Ja.

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino? Ich sehe zuhause sehr selten (Kino-)Filme und gehe wirklich gerne ins Kino.

58. Wie mild bist du in deinem Urteil? Da habe ich wirklich die ganze Bandbreite drauf, von Zen bis Anna Wintour.

59. Schläfst du in der Regel gut? Eine Frage, bei der alle Kleinkindeltern entweder kichern oder mit den Augen rollen… Ja, wenn mich niemand davon abhält und ich auch innerlich einigermaßen aufgeräumt bin, dann schlafe ich gut. Ich kenne allerdings auch ausgedehnte schlaflose Phasen und schlimme, schlimme Alpträume. Momentan schlafe ich oft auf dem Sofa und dort ziemlich gut.

60. Was ist deine neueste Entdeckung? Meine allerneuste Entdeckung aus dem Januar 2018 ist für die meisten Leute vermutlich ein uralter Hut, für uns aber gerade eine komplette Revolution (ich bin sogar versucht, neudeutsch Game Changer zu schreiben): das Vorkochen! Ein Kühlschrank voller leckerer, zubereiteter Speisen, die man sofort warm machen und aufessen kann, das ist ein TRAUM!

Im Blog Pinkepank findest Du die bisher erschienen Beiträge der 1000 Fragen und viele, viele verlinkte Beiträge von Bloggern: #1, #2 und #3.

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